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Auf
Grund der unsicheren und wechselhaften Witterungsbedingungen in unseren
Breiten, die schon seit einiger Zeit vorherrschen, haben sich Clemens Scheiber
und Gerhard Fiegl Mitte August kurzer Hand entschieden, in den wärmeren und deutlich
wetterbeständigeren Süden zu flüchten.
Ihr
Trip sollte sie auf die bisher noch eher unbekannte griechische Insel Kalymnos
führen, die sich in den letzten Jahren, durch die sagenhafte Kletterei an
Sintersäulen und Stalaktiten in der Kletterszene immer größerer Beliebtheit
erfreut.
Am
Montag 20.08. erreichten die beiden Massouri, den Climberspot auf Kalymnos und
durften gleich am eigenen Leib spüren, welche Temperaturen sie beim Klettern
erwarten würden.
Mit
Sicherheit ist Ende August nicht der ideale Zeitpunkt, um schwere Touren auf
der Insel zu klettern, doch der Mensch ist ja bekannter Weise anpassungsfähig
bzw. kann sich bis zu einem gewissen Grad an seine Umgebung gewöhnen - Gott sei
Dank!
Am
Anfang waren die beiden noch schweißgebadet wie beim Duschen und das nach jeder
Tour, nach zwei Tagen brachte ein leichter Wind jedoch etwas trockenere Luft
und damit auch deutlich bessere Bedingungen zum Klettern.
In
Tirol hätte man zwar immer noch gesagt: „Heit schmiert's wieder!" od.
„Rinnescht du ö asö o wie I?", aber wenn man bedenkt, dass man hier im Ötztal
zur gleichen Zeit beinahe mit Kappe und Handschuhen sichern musste, kann man
sich aussuchen was feiner ist.
Die
Anfangsphase „Gewöhnen ans Gerät" war schnell überwunden und nachdem Gerhard
sein Fieber loswurde, das er zur besseren Gesellschaft noch von zu Hause
mitgenommen hatte, stand einem perfekten Klettertrip nichts mehr im Wege.
Der
Tagesablauf der Kletterer auf der Insel sieht grundsätzlich bei allen gleich
und wie folgt aus: Aufstehen um 6:15 Uhr, frühstücken, zum Klettersektor gehen
(die meisten sind zu Fuß in ca. 30 min. erreichbar), klettern bis ca. 14:00
Uhr, nach Hause gehen, Kaffee genießen, chillen in der Sonne bis ca. 19:00 Uhr,
essen, schlafen.
Und
das Ganze 14 Tage lang, fehlt da noch etwas, das das Klettererherz noch höher
schlagen lässt???
Maximal
ein guter Wein od. ein kaltes Bier im Sonnenuntergang nach einem schönen
Klettertag...
Insgesamt
konnten die beiden an neun Klettertagen 7 verschiedene Sektoren genießen und an
die 30 Routen im siebten Franzosengrad klettern, wobei zu bemerken ist, dass
jede der gekletterten Routen das Prädikat „sehr schön" trug, was im Kalymnosführer
3 Sternen entspricht (Bei einem solchen Angebot steigt man in Touren die nur mit
2 Sterne ausgezeichnet und wahrscheinlich auch vergleichsweise schön sind erst
gar nicht ein).
Der
Vollständigkeit halber noch einige Daten und Fakten zu den gekletterten Touren,
wie sie ja auch im Klettersport schon lange Einzug gehalten haben, damit ihr euch
ein Bild machen könnt, ob die beiden neben dem Chillen am Strand auch mal beim
Klettern waren...
(Auf
Grund des nicht so perfekten Grips und dem immensen Routenangebot waren mehrere
Versuche in derselben Tour eigentlich uninteressant - Projekte sollten ohnehin weniger
als 1000km von zu Hause entfernt sein J!)
Gerhard
versuchte sich an Routen bis zum Schwierigkeitsgrad 7c+, wobei er unter anderem
folgende Touren durchsteigen konnte:
Dolonas - Iliada 7c RP. 2. Versuch
Polifemo - Odyssey 7c RP. 4. Versuch
Mind Boggle - Panorama 7b+ RP. 2. Versuch
Spartacus
- Spartacus 7b+ RP. 2. Versuch
Ivi - Grande Grotta 7b onsight
Alexis Zorbas - Spartacus 7b onsight
Amphora - Odyssey 7b onsight
Lucky luka - Odyssey 7b onsight
Zorba le Gros - Iliada 7b onsight
Daphne - Odyssey 7b onsight
...
Auch
Clemens‘ Formkurve zeigte schon bald deutlich nach oben und er konnte einige
schöne und anspruchsvolle Routen souverän klettern:
Elies
- Odyssey 7a+ RP. 2. Versuch
Fouska - Odyssey 7a RP. 2. Versuch
Callipso - Odyssey 7a RP. 2. Versuch
Feta - Odyssey 6c+ onsight
Les Amazones - Spartacus 6c onsight
Taz - Grande Grotta 6c onsight
Ektor -Iliada
6c onsight
...
Zwar
sind auf Kalymnos ausschließlich Sportklettereien zu finden, doch der Fels ist
so genial, dass selbst jemand wie Gerhard, der normalerweise im August alpine
Klettertouren mehr bevorzugt, überhaupt keinen Gedanken daran verschwendet
hat, irgendwo in einer Dolomitenwand zu
hängen.
Für
die die Interesse haben: Das Klettereldorado kann relativ unkompliziert mit dem
Flugzeug nach Kos und von dort mit der Fähre weiter nach Kalymnos erreicht
werden und bietet, wie schon erwähnt, speziell im siebten Franzosengrad
sensationelle Klettereien.
Abschließend
ist noch anzumerken, dass das vielleicht einzige Manko am Trip ein fehlender
dritter od. auch vierter Mann war, der hin und wieder fotografieren hätte
können, da es dafür natürlich auch ideale Möglichkeiten gegeben hätte - steile
Touren, tolle Felsformationen und im Hintergrund das blaue Meer...
Aus
diesem Grund sind die Kletterfotos leider nicht so schön, wie die von Heiko,
die er immer wieder von seinen Klettertrips mit nach Hause bringt, aber einige
sind nicht so schlecht gelungen und sollten die Schönheit des Gebiets und der
Touren ganz gut repräsentieren.
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