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Südafrika 2007 Drucken E-Mail
Donnerstag, 8. März 2007

Nicht nur Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Auch in Südafrika gibt es unerschöpfliche Felsmassive in unbeschreibbar schönen Landschaften, die zum Klettern und vielen anderen Tätigkeiten einladen ...

Südafrika Im vergangenen Februar verbrachten Barbara, Heiko, Thomas und Hansjörg einen 3-wöchigen Klettertrip quer durch Südafrika von Johannesburg bis Kapstadt. Allein die Zahl der zurückgelegten Kilometer mit ihrem Mietauto von 4400 lässt auf die Größe und Weite dieses Landes schließen. Auch wenn die Bedingungen aufgrund der doch hohen Temperaturen nicht optimal waren, so gelang es dem Team an ihren 16 Klettertagen doch die eine oder andere Route im 10. Grad zu punkten. Doch vor allem hatten die Vier beim „abgrasen" der eindrucksvollsten aber zwischendurch auch klassischsten Linien in den 5 besuchten Gebieten jede Menge Spaß und genossen die afrikanische Sonne weitab des heimatlichen Winters.

Waterval Boven:

Südafrika Es ist wohl eines der besten Sandsteingebiete von Südafrika. Insgesamt 6 Klettertage verbrachte das Ötztaler Quartett im Restaurant at the end of the universe crags- so wie es von der lokalen Kletterszene genannt wird. Unterbrochen nur von einem Rasttag an dem sie sich auf die Suche nach den Big Five im Krüger Nationalpark machten. Neben dem Naßhorn, der Giraffe, dem Elefant, dem Büffel, dem Nilpferd und dem Einhorn fehlte ihnen nur noch der Löwe, den sie aber im dichten Gras des Parks dann doch nicht ausfindig machen konnten. Die 50 Euro Strafe für verspätetes Erscheinen am Gate ließ sich da doch einigermaßen verkraften. Sichtlich Gefallen fand das Team hauptsächlich im Sektor Superbowl. Hier sind die echten Hämmer beheimatet. „Lotter Desire" (7c), „Snapdragon" (7c+) und „Hack and Slay" (8b) mussten da doch an Flash und Rotpunktbegehungen glauben. Der „Jabberwocky" (8b+) an der God no-Wall reagierte dagegen schon etwas widerspenstiger und war leider nicht zu biegen. Die Route zählte lange Jahre zu den schwersten Linien von ganz Südafrika.

Oudtshoorn:

Südafrika Auch dem einzigen Kalkgebiet statteten die Vier einen Besuch ab. Im Paradies der Strauße stieg das Quecksilber jedoch relativ hoch an. Doch nicht nur der „Backofen", auch die vorläufig ungebremste Sucht nach Sandstein ließ das Team gleich nach einem Klettertag weiterziehen, wenngleich Babsy in „Short Circuit" (8b) sehr gute Karten gehabt hätte und Hansjörg mit „El Nino" (8a) die Durchstiegsgötter gut einstimmte.

Montagu:

Südafrika Klettergarten Astlehn, nur etwas maximal kräftiger. So lassen sich die Gebiete rund um Montagu in etwa auf schnell ötztalerisch beschreiben. In den 3 Tagen besuchten das Quartett die klassischen Sektoren The Scoop, Supertubes, Steeple und The Palace. Bedingt der sehr ötztal-ähnlichen Charaktere der einzelnen Routen gelangen ihnen viele fehlerlose Durchstiege in den oberen Schwierigkeitsgraden. Hervorzuheben sind wohl Heikos onsight von „Whoa She Poopie" (8a) die Babsy im Flash erledigte, wobei beide schon „Strang Days" (8a+) in den Muskeln hatten. Hansjörgs kleine Sammlung von einmal 8a+ und zweimal 8a am selben Tag rundete den Aufenthalt zu einem sehr erfolgreichen ab. Thomi zeichnete sich wieder einmal durch die meisten Einstiege aus. Am Abend wurde dann im gemieteten Bungalow am Camping De Hoek groß aufgekocht und Heiko und Thomi kristallisierten sich als Meister der heißen Pfanne heraus.

Kapstadt:

Südafrika In Kapstadt war dann wieder einmal ein Rasttag geplant. Von David Harrison, ein alter Bekannter von Thomi und Hansjörg aus Patagonien, wurden die Vier in der Stadt empfangen. Am Kap der guten Hoffnung erlebte das Team einen, wenn auch stürmischen, aber sehr schönen Sonnenuntergang vor wildem Meer. Am drauffolgenden Tag ging es zum Greenmarket. Babsy tobte sich anständig aus und mit schweren Taschen im Auto fuhren sie am Nachmittag zum geschichtsträchtigen Gebiet The Mine. Unvorstellbar weit ausladende Dächer mit Blick auf die Millionenmetropole Kapstadt sog die Akkus leer. Babsy zeigte den Männern wie man ökonomisch und sicher über die Waagrechte klettert, denn bei den Buben war meist an der Dachlippe vorbei. Vor allem Hansjörgs „lange Haxn" fanden nie den richtigen Platz ...

Nachdem Heiko dann doch noch die vergessene Fotoausrüstung in einem Restaurant ergatterte, wenn auch mit einem Blitzlichtgewitter auf der Autobahn, hieß es für die Vier wieder Abschied nehmen, denn das weltbekannte Bouldergebiet Rocklands in den Cederberg Mountains versprach mehr Kletterspaß als die Überhänge von The Mine.

Rocklands:

Südafrika Eigentlich wollten die 4 Ötztaler zuerst im Tuitjes Kraal, einem Sportklettergebiet in der Nähe vom Wolfsberg, vorbeischauen. Doch nachdem sie mehr als 40 Kilometer über eine Schotterpiste zurücklegten hieß es vorerst stopp, da die Sektoren wegen eines vorangegangenen Waldbrandes gesperrt waren. Kurze Besprechung und Kommando zurück nach Rocklands.

Über das letzte Städtchen Clanwilliam erreichten sie am frühen Nachmittag den Campingplatz im Rockland. So weit das Auge reicht ist die Landschaft hier mit Felsen und Blöcken übersät. Kein Wunder, dass hier einige der schwersten Boulder der Welt beheimatet sind. Ein kurzes Stück weiter fand das Team dann eine Farm, wo sie für umgerechnet 35 Euro pro Tag eine kleine Villa mit Swimmingpool bezogen. Da die Gebiete hier alle in Privatbesitz sind, muss normalerweise ein Permit besorgt werden um Hand an den Fels anlegen zu können. Im Gebiet der Farm können die Vier natürlich unbegrenzt bouldern und werden gegen Abend auch schon vom Besitzer an der Ladefläche seines Pick-ups in die einzelnen Sektoren eingewiesen. Bis zum Sonnenuntergang werden dann noch die ersten Probleme probiert. Erst als die afrikanische Sonne hinter den Felsen verschwindet geht es zurück in die Küche.

Südafrika In den drauffolgenden 4 Tagen werden dann die Fingerspitzen Wund geklettert. Auch im Rockland gehen die vier auf Beutejagd mussten sich aber eingestehen, dass es für schwierige Boulder einfach zu warm war. Oft schon um 7:00 Uhr morgens brechen sie auf, einmal mit Seil und Schlingen bewaffnet, denn an der Orange-Plasma-Wall und im Sektor The Sun soll es traumhafte Routen geben. Diese Stunden kristallisierten sich dann schlussendlich auch wirklich zu einem der schönsten Tage ihres gesamten Trips heraus. An der überhängenden Kante von „Factor 15" (7c+) ließ Heiko neben seinem Kletterkönnen auch seinem fotografischen Auge freien Lauf.

Mit unvergesslichen Erinnerungen an das wirklich empfehlenswerte Südafrika, wo nicht nur Schlangen und Spinnen zu finden sind, ging es wieder zurück nach Europa. Der Schrecken der entdeckten Puffader sitzt wohl einigen noch tief, wird die vier Ötztaler von einem weiteren Aufenthalt im Land der Sonnenuntergänge aber wohl nicht abhalten können ...

Mehr Bilder gibt's in der Galerie ...

Siehe Auch auf:

Barbara Bacher

Team Alpin

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» 1 Kommentar
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Kommentar von Heiko Wilhelm am Montag, 7. Mai 2007 14:52
war ein super trip
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